March 18, 2026
Unternehmensinsolvenzen in Bayern im Blick: Interview mit Christian Plail
Die Unternehmensinsolvenzen in Bayern sind um rund elf Prozent gestiegen – quer durch alle Branchen. Insolvenzverwalter Christian Plail von SGP Schneider Geiwitz erläutert, warum die Welle noch nicht am Höhepunkt ist, was Unternehmen jetzt beachten sollten und wie professionelle Restrukturierung Arbeitsplätze sichern kann.

Unternehmensinsolvenzen in Bayern: Entwicklungen und Ursachen
Die Zahl der Insolvenzen in Bayern steigt deutlich. Laut Christian Plail zeigt sich dies nicht nur in der Statistik, sondern ganz praktisch „an den Aktenzeichen bei den Gerichten“ – betroffen sind kleine, mittlere und zunehmend auch wieder größere Verfahren. Ursache ist aus seiner Sicht auch ein deutlicher Nachholeffekt nach der Corona-Pandemie, in der staatliche Hilfen und die zeitweise ausgesetzte Insolvenzantragspflicht viele Verfahren verzögert haben.
Plail betont, dass die aktuelle Krise alle Branchen trifft – von Nahrungsmittelindustrie über Handel bis Maschinenbau, Automotive und Chemie. Neben strukturellen und konjunkturellen Faktoren spielen auch Managementfehler eine Rolle: Warnsignale würden oft zu spät erkannt, die Steuerung über Zahlen und Liquidität sei in vielen Unternehmen unzureichend. Hinzu kommt die Rückzahlung von Corona-Hilfen, die nun zusätzliche Liquiditätsengpässe auslöst.
„Man sollte seine Zahlen im Griff haben, die Buchhaltung überwachen und rechtzeitig gegensteuern“, mahnt Plail.
Wie SGP Schneider Geiwitz Unternehmen durch die Krise führt
Wenn die Experten von SGP Schneider Geiwitz in ein Verfahren einsteigen, herrscht häufig bereits akute Krisenstimmung: ausbleibende Löhne, Lieferstopps, drohende Stromabschaltungen. In dieser Phase gehe es zunächst um konsequentes „Troubleshooting“: Umfeld beruhigen, Geschäftsmodell schnell verstehen, Liquidität sichern und den operativen Betrieb stabilisieren.
Der Anspruch ist klar formuliert:
„Unser Ziel ist immer, den gesunden Kern eines Unternehmens zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern.“
Als interdisziplinäre Unternehmensgruppe bündelt SGP Schneider Geiwitz Restrukturierung, Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Corporate Finance, Financial Advisory und Immobilien-Management. Das Financial-Advisory-Team unterstützt unter anderem bei der Entwicklung von Restrukturierungskonzepten, Finanzanalysen, der Investorensuche und der Begleitung von Transaktionen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt der Bedarf an solcher Restrukturierungs- und Turnaround-Beratung spürbar.
Frühe Krisenerkennung und transparente Kommunikation
Für Unternehmen in der Krise empfiehlt Plail drei zentrale Handlungsfelder:
- konsequentes Liquiditäts- und Zahlenmonitoring
- frühzeitige Einbindung externer Berater
- offene Kommunikation mit Banken, Mitarbeitern und weiteren Stakeholdern
Gerade bei größeren Verfahren kann eine Insolvenz in Eigenverwaltung eine Option sein. Der Unternehmer bleibt dabei „im Fahrersitz“, wenn Redlichkeit und ein tragfähiges Sanierungskonzept vorliegen. Das Gericht bestellt einen Sachwalter, der den Prozess überwacht – ein Weg, der intensive Beratung und ein klares Restrukturierungsdesign verlangt.
Fazit
Unternehmensinsolvenzen in Bayern werden die Wirtschaft auch in den kommenden Jahren beschäftigen. Für Plail ist klar: Wer seine Zahlen kennt, Krisensignale ernst nimmt und frühzeitig professionelle Unterstützung sucht, erhöht die Chancen auf einen erfolgreichen Turnaround deutlich. Ein strukturierter Turnaround-Plan kann Unternehmen helfen, langfristig wieder profitabel zu werden. Trotz aller Herausforderungen bleibt er optimistisch: Mit Mut, Entschlossenheit und interdisziplinärer Expertise lassen sich gesunde Kerne sichern und Arbeitsplätze erhalten.
Link zum vollständigen Interview mit Antenne Bayern: „Den gesunden Kern erhalten“ – Plail im Interview | ANTENNE BAYERN
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